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Neues aus der Zukunft

Ein Newsletter mit Meldungen, die vor 5 Jahren Science Fiction waren, und heute nur noch Science sind. Alle paar Wochen neu!

#31: Die mit Burger, Brain und Brille

11.06.2015

Donnerstagmorgen sind dafür da, die letzten drei NadZ-losen Monate zu vergessen. Poof! Und schon sind sie weg! Gute Arbeit, lieber Leser.

Wenn ich die letzten Wochen/Monate zusammenfassen müsste, dann ungefähr so: Viel zu tun, zu wenig Zeit für NadZ. Das muss und wird sich ändern! Ich hatte zwar schon länger geplant, wieder mehr zu schreiben, aber dann passierte DAS LEBEN, die Zeit verflog, und die Artikel blieben in meinem Kopf liegen. Letzte Woche wurde mir dann klar, dass wenn NadZ endlich wieder regelmäßig(er) erscheinen soll, ich einfach Änderungen vornehmen muss. Anders oder gar nicht. Und “gar nicht” mag ich gar nicht!

So wird der Newsletter für die absehbare Zukunft etwas kürzer, kompakter; etwas mehr Wegweiser (“hier, interessante Stories zum Selbst-Lesen”) und weniger Erklärbär (“Wat is ‘n Dampfmaschin’?”).

Ich danke Euch, dass Ihr mir und meinem kleinen NL hier die Treue haltet. Ich hoffe, Ihr könnt mit der neuen Kürze auch noch etwas anfangen. :) Was sich nicht geändert hat: über Meinungen, Kritik und sachdienliche Hinweise per Mail oder Twitter freue ich mich immer!

Bis zur nächsten Ausgabe,
Carlo.

PS: Gefälltmirt mich auf Facebook etc.

The Coming Boom In Brain Medicines

Artikel bei Forbes — Von Pionieren der Hirnforschung, die neurologischen Leiden wie Depression, Alzheimer, Parkinson und vielen anderen mit neuen “Waffen” und aus neuen Richtungen entgegentreten. Das Feld der Neurowissenschaften wird gerade neu bestellt, und Milliarden von Euro fliessen in die Forschung.

[…] Cindy Kelly, a 48-year-old mother of two, had suffered from depression on and off for 20 years until a final debilitating bout that was making it hard for her to work or relate to other people. Getting into a clinical trial for one of Naurex’s drugs changed her life.

“Within 15 minutes my symptoms were gone, and it was like magic,” she says. The effect wore off a week later, and she fought to get into a second study that would allow her to take the medicine again. She succeeded, and after several treatments her depression is gone, seemingly for good. […]

TREATMENTS LIKE SAGE’S ARE JUST THE START of the changes scientists hope to bring about in the way we battle brain disease. Right now, for instance, patients who go to see a psychiatrist often get put on a medication based simply on what a patient tells them about how they’re feeling. When one medication doesn’t work (which is more than half the time) the doctor tries another, or a combination of drugs, based on his or her experience and gut feeling about what will work. […]

In the future, hopes Ricardo Dolmetsch, who heads neuroscience drug discovery at Novartis, when you go to a psychiatrist she’ll consider not only your symptoms but she’ll sequence your genome.

Graphen: Forscher entdecken neuartigen Lichtantrieb für Raumschiffe

Artikel bei Golem — Forscher beschiessen Graphenknödel mit Licht. Graphenknödel bewegt sich überraschend vorwärts. Forscher perplex, wiederholen das Experiment, gleiches Ergebnis. Vermutung: das Graphen absorbiert die Energie des Lasers und baut eine Elektronenladung auf; wird diese zu groß, werden überschüssige Elektronen abgestoßen, was für “Schub” sorgt. Jetzt wird überlegt, ob sich diese Technik nicht in einem Antrieb für Raumfahrzeuge verarbeiten lässt.

Die Forscher von der Nankai-Universität in Tianjin, etwa 120 Kilometer südöstlich von Peking, wollten herausfinden, ob die praktischen Eigenschaften des Graphens auch bei größeren Anordnungen erhalten bleiben. Graphen ist sehr fest und ein sehr guter elektrischer und thermischer Leiter.

Die Forscher stellten einen mehrere Zentimeter großen Schwamm aus Graphen her, um das zu untersuchen. Hergestellt hatten sie ihn aus zusammengeknitterten Blättchen aus Graphitoxid, die sie miteinander verschmolzen hatten. Als sie den Schwamm mit einem Laser zerschneiden wollten, machte dieser einen Satz nach vorne.

Das Phänomen ließ sich wiederholen: Die Forscher steckten den Graphenschwamm in eine Vakuumkammer und setzten ihn Laser mit verschiedenen Intensitäten und Wellenlängen aus. Das gebündelte Licht bewegte den Schwamm bis zu 40 Zentimeter. Das klappte auch mit Sonnenlicht, das mit einer Lupe auf den Schwamm fokussiert wurde.

Building and transplanting a bioengineered forelimb

Artikel bei KurzweilAI — Ein Team um den österreichischen Wissenschaftler Dr. Harald Ott hat neue Vorderläufe für Ratten im Labor hergestellt. Dazu wurden Vorderläufe von toten Ratten “dezellularisiert”, also von alten Körperzellen befreit, und diese “Gerüste” anschliessend mit Zellen von anderen Spendertieren wieder “rezellularisiert”. Die Gliedmaßen entwickelten sich in einer Nährlösung zu neuen Vorderläufen, mit Blutgefäßen, Muskeln, etc. Ein großer Schritt in Richtung Ersatzgliedmaßen für Amputationspatienten.

A team of Massachusetts General Hospital (MGH) investigators has made the first steps towards development of bioartificial replacement limbs suitable for transplantation. In their report […] the researchers describe using an experimental approach previously used to build bioartificial organs to engineer rat forelimbs with functioning vascular and muscle tissue. They also provided evidence that the same approach could be applied to the limbs of primates.

[…]

The current study uses technology […] in which living cells are stripped from a donor organ with a detergent solution and the remaining matrix is then repopulated with progenitor cells appropriate to the specific organ. His team and others at MGH and elsewhere have used this decellularization technique to regenerate kidneys, livers, hearts and lungs from animal models, but this is the first reported use to engineer the more complex tissues of a bioartificial limb.

Etwas mehr Hintergrund, auch mit kritischen Stimmen, gibts auf New Scientist.

The House just passed a bill about space mining. The future is here.

Artikel bei The Washington Post — In den USA beschäftigte sich jetzt auch das Repräsentatenhaus mit der rechtlichen Grundlage für Weltraum-Bergbau an Asteroiden, und beschloss Ende Mai den sog. SPACE Act, um (US-)Firmen Rechtssicherheit für die nicht allzu ferne Zukunft zu geben.

This is how we know commercial space exploration is serious. The opportunity here is so vast that businesses are demanding federal protections for huge, floating objects they haven’t even surveyed yet.

But it’s actually important that we’re talking about this now, because we don’t want to wind up in a situation where multiple companies are fighting for the same patch of rock without having a way to resolve it. There are two key questions at stake: Who should regulate commercial space activity? And what rules should apply?

(Dies ist ein Follow-up zu einem Artikel in Ausgabe #27, damals beriet gerade der US-Kongress darüber.)

Silicon Valley's Race to Build a Fake-Meat Burger

Artikel bei Grub Street — Wie bekommt man Menschen dazu, ihren übermäßigen Verzehr von Fleisch zu reduzieren? Kurze Antwort: indem man “künstliches Fleisch” entwickelt, das aussieht wie Fleisch, brät wie Fleisch und mindestens genauso gut schmeckt wie Fleisch. Unmöglich? Die Leute von Impossible Foods, Inc. wetten dagegen, und sind auf dem besten Wege, diese Wette zu gewinnen: sie knacken die Geheimnisse von Fleisch auf molekularer Ebene, und reproduzieren sie mit pflanzlichen Rohstoffen.

[Pat] Brown is a biochemist who resigned last year from his “dream job” at Stanford’s School of Medicine — tenure, funding, his own genomics and cancer-treatments lab — and who has called raising animals for food “a completely shitty, useless industry in every possible way.” “I am an ideologue, if you want to call it that,”he once said. Others have called him a “deranged visionary,” an “incurable optimist,” and, in the case of the Nobel-winning oncologist Harold Varmus, former director of the National Cancer Institute and the National Institutes of Health, a “prophet.” Brown is also a vegan, albeit one who disdains what he sees as the irrational “vegan fundamentalism” epitomized by PETA-style activists. “The way to win is the awesome power of the free market,” Brown says. Meat, he adds, “is like the horse-and-buggy industry at the turn of the century: It’s obviously doomed, and it’s just a question of who takes it down and how soon.” You might be able to guess who he says will help him do that: “Our target market is not vegetarians. It’s not vegans. It’s not fringy health nuts. It’s not food-fad faddists. It’s mainstream, mass-market, uncompromising, meat-loving carnivores.” Citing a U.N. calculation that 30 percent of the planet’s land is used for animal agriculture, he hopes his plan will “change the way Earth looks from space.” “The way that we’re going to monitor our progress,”he says, “is by looking at Google Earth, basically.”

Die Zukunft wird köstlich.

Zukunft der Arbeit: Die Digitalisierung braucht eine soziale Agenda

Artikel beim Handelsblatt — Das Handelsblatt macht sich Gedanken über die Gesellschaft im 21. Jahrhundert. Nicht über die zweite Hälfte des 21. Jahrhunderts, sondern die nächsten paar Jahre: der Wandel wartet schliesslich nicht.

Aber auch wenn die Digitalisierung in Deutschland mehr – vor allem hochwertige – Jobs schafft, bedeutet Strukturwandel, dass vorübergehend Arbeitsplätze wegfallen und es zu beruflicher Um- und Neuorientierung kommen muss. Somit ist eine rein marktwirtschaftliche Digitalisierung ohne Korrekturen durch den Staat eine große Gefahr.

Die Schlussfolgerung für die Digitalisierung kann also nur lauten, dass sie in jedem Fall eine soziale Agenda braucht. Es braucht erstens eine starke Grundsicherung. Es braucht zweitens auch einen vorsorgenden Sozialstaat, der in die Befähigung und Qualifizierung der Menschen investieren kann.

Ein sehr interessantes, sehr schwieriges, sehr wichtiges Thema. Wer derzeit (wie ich) um die 40 ist, und davon ausgeht, dass die Welt ungefähr so bleibt, bis er/sie in Rente geht, für den habe ich ganz schlechte Nachrichten — wegschauen und hoffen wird in diesem Fall nicht funktionieren. Denn das wird sie nicht, und das mit dem Rentensystem… nunja.

Sorry, das Neue in der Zukunft ist nicht immer nur problemlos und großartig, Leute. Da müssen wir zusammen durch! :)

Auch die schlauesten Computer lernen nur vom Menschen

Artikel bei WIRED Germany — WIRED berichtet von der Front: von lernenden Algorithmen und künstlicher Intelligenz und Lernverhalten in Maschinen, das für ihre Entwickler nicht immer so 100%ig nachvollziehbar ist.

In den letzten Wochen wurde viel über BRETT berichtet, einen Roboter der Universität Berkeley. BRETT kann Handtücher falten, Lego-artige Steinchen zusammenstecken und Deckel auf Flaschen drehen. Das klingt gar nicht so spannend — doch niemand hat BRETT erklärt, wie er diese Aufgaben genau lösen soll. BRETT hat das selbst gelernt. Die Arten von Lernalalgorithmen, die BRETT einsetzt, werden “Deep Learning”-Algorithmen genannt, und sind lose an die Funktionsweise des menschlichen Gehirns angelehnt.

Microsoft HoloLens: Hologramme für alle!

Microsoft HoloLens. Quelle: Microsoft
Microsoft HoloLens. Quelle: Microsoft

Im Januar stellte Microsoft der Welt sein neues Augmented-Reality-Projekt “HoloLens” 1 vor: eine Mischung aus Brille und Helm, die virtuelle 3D-Objekte und die echte Umgebung vermischt. Ein paar Monate später zeigten sie auf der Entwicklerkonferenz Build 2015 eine Live-Demo, in der sie das Gerät mehr oder weniger vorn auf eine Kamera schnallten. Das Resultat ist ein recht beeindruckendes Video.

Natürlich darf man nicht vergessen, dass es eine von MS kontrollierte Demonstration war. Zwar war sich die Fachpresse nach eigenen Vor-Ort-Tests sicher, es hier mit einem game changer zu tun zu haben, trotzdem gab es auch einige “Saucool, aber…”-Reaktionen. Die Technologie-Site The Verge fasste den aktuellen Stand von HoloLens z.B. so zusammen:

But HoloLens only feels natural when you’re not handling anything much bigger than a basketball. It produces a magic square the size of a large TV screen, and the moment something slips outside, it disappears. It’s possible to imagine that a small object has just dipped out of sight, but for a larger one, you either have to step quite a ways back or content yourself with just seeing pieces of it in the center of your vision. It shatters the illusion, and it looks very little like the amazing whole-world illusions of Microsoft’s videos.

Ich glaube nichtsdestotrotz, dass Microsoft da in eine sehr vielversprechende Richtung marschiert.

Fussnoten:

  1. “Augmented Reality”, übersetzt “erweiterte Realität”, “die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung”. Mehr bei Wikipedia.

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Carlo Zottmann

Neues aus der Zukunft wird herausgegeben von Carlo Zottmann.
Tel +49 151 651 81827. Zeisigweg 30, 81827 München, Deutschland.
USt-ID: DE260224054. Alle Rechte vorbehalten.

Das NadZ-Titelbild basiert auf "More Power To You!" von Flickr-Nutzer James Vaughan (Lizenz: CC BY-SA 2.0). Verwendete Icons © Entypo (Lizenz: CC BY-SA 4.0).

Ich bin kein Wissenschaftler, nur ein interessierter Amateur, und auch wenn ich alle Zusammenfassungen nach bestem Wissen und Gewissen schreibe, so können sich doch Fehler einschleichen. Wenn ich groben Unfug verzapft habe, lass es mich bitte wissen. :)

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